K I W I B E R N D.de - die Seite von Bernd Oschatz

Ich bin dann mal weg. Hape Kerkeling nannte so seine Auszeit und sein Buch und pilgerte über den Jakobsweg.

Auch ich wollte meine Batterien mal wieder aufladen und so nahm ich mir 4 Tage frei, packte meinen Rucksack, kaufte ein Bahnticket und schon saß ich im Zug nach Eisenach. Gleich nach der Ankunft ging ich ins neu eröffnete Automobilmuseum und obwohl ich 1 Std. zu früh war, ließ man mich rein (offen ab 11:00). Sehr empehlenswert und die 3 Euro Eintritt wert. Ausgestellt sind alte BMW-Autos, welche in Eisenach gefertigt wurden, über EMW, DIXI, F9, Wartburg bis zu Designmodellen, welche leider nie in Produkton gingen.

Danach gings ab durch die Stadt und rauf auf die Wartburg. Die Führung durch die Burg dauert ca. 1 Std. und unser Führer hat die Geschichte sehr lebendig erzählt. Noch ein bisschen auf eigener Faust durch Gemäuer geschlendert und das wars dann für die Kultur.

Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß ich wandern wollte? Um die Seele baumeln zu lassen. Allein. Ich und die Natur. Bis zur Burg hats ja schon mal geklappt. Und weiter gings per Pedes zur Sängerwiese (mit Einkehr) weiter durch die Drachenschlucht bis zur Hohen Sonne und einen Wanderweg parallel der B19 zurück in die Südstadt. Dort fand ich Unterschlupf und eine wohltuende Dusche in einer Pension. Der Tag hatte ca. 30 Grad und die vielen Anstiege ließen erste Zweifel an meinem Vorhaben aufkommen.  

  

IFA-F9 in "Automobile Welten"        Wartburg und Blick zum Burschenschaftsdenkmal

  Burg-Innenhof und Südturm

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Aber: Augen zu und durch. Soll heißen - am nächsten Tag gings durch die Drachen-schlucht zur Hohen Sonne. 3 km stetig bergauf und nun kannte ich auch meine Wanderleistung - 3 km in ca 1 Std. (mit Pausen, schnaufen und evtl. "lahm-laufen"). Es war 10:00 und schon 25 Grad, 3 km/h - das heist, der Rennsteig konnte unter die Wandersandalen genommen werden. Bis zum Inselsberg/Grenzwiese waren es nur noch 21 km. Also los, 7 Std. bis zur nächsten Dusche. Ich kam ganz gut voran, trotz der Hitze, die Wege waren gut und ich hatte das Gefühl, und so war es auch, daß der ganze Weg stetig bergauf ging. Am großen Inselsberg hatte ich dann vom begauf laufen die Nase voll, ging aber noch die 2 km zum kl. Inselsberg/Grenzwiese. Dort fand ich eine schöne Pension und beim Abendessen im Biergarten kamen alle Gäste ins Gespräch. Ein schöner Ausklang des Tages. Und meine Rechnung stimmte: 7h!

   

Drachenschlucht-wild, romantisch, schön!         Blick zurück von der "hohen Sonne"  

   Rennsteig

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Nächster Tag: Eigentlich wollte ich bis Oberhof laufen. Aber das sind 30 km!, zu weit für einen Tag und leichte Ermüdungserscheinungen am Fahrwerk treten zu Tage. Und für den späten nachmittag waren Gewitter angesagt. Also Plan B. Bis zur Ebertswiese sind es 10 km. Das ist zu schaffen und dort kann man einen Bus erwischen. Endlich am Gasthof Ebertswiese angekommen, wußte keiner so recht, wo und wann einer fährt. Das sicherste wäre wohl, vom R abzubiegen und nach Tambach-Dietharz zu laufen. Klar, nur 6 km, ein Spaziergang, also los. Den Berg runter und durch ein schönes Tal (Spittertal) war ich dann ca. 13:00 in T-D. Der Fahrplan: Bus nach Gotha: 14:38. Naja, 1,5 Std. in einem "Straßendorf". Aber ich fand dort eine Öffentliche Toilette, hab mich dort waschen können und mit einem frischen T-Shirt hab ich mir dann ein Lokal gesucht. Es war ja Mittagszeit. Irgendwann kam der Bus und dann auch der Regen. Also alles richtig gemacht. In Gotha dann in den Zug nach Erfurt gesprungen und 16:00 war mein "Abenteuer" beendet.

  

              im Spittertal Richtung Tambach-Dietharz             so schlimm wars nicht :-)

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3 Tage, anstrengend aber schön. "Ich bin dann mal weg." Sollte man öfters sagen.